|
4-to (Deckel 22 x 28,4, Papierseiten 20,6 x 27,2 cm). Bl. 255 - nicht-numeriert (nur letzte leere Bl. fehlt). Moderner brauner blindgestempelter Schweinslederband, Rücken mit 5 nerven und marokkoleder Titelschild.
Kollation (text komplett): 12 Blätter ohne Signatur (a und b) und danach 35 Lagen, abwechselnd 6 und 8 Blätter (a,b,d, f, i, l, n, p, r, t, x, z, A, C, E, G, I, L, N und O mit 6 Blätter und c, e, g, h, k, m, o, q, s, v, y, B, D, F, H, K, M mit 8 Blätter; fehlt O6 = leer).
2 Spalten, 53 Zeilen, 2 Typen. Marginalien-Typen. Am Ende die schöne Holzschnitt-Druckermarke Nikolaus Kessler’s. Rubriziert. Zahlreiche sehr sorgfältig ausgemalte Initialen in Rot und Blau (2 bis 4 Zeilen).
Jacobus a Voragine (* 1228/30 – 1298) war Dominikaner wie Thomas von Aquin. Zwischen 1267 und 1286 war er Provinzial der Lombardei. In 1286 wurde er Erzbischof von Genua (Ianua). Die “Legenda aurea” (Goldene Legende) ist eine Sammlung von Heiligenlegenden (Lebens- und Todesgeschichten) und Erklärungen zu Kirchenfesten. Ursprünglich gab es davon 182; unsere Ausgabe enthält 215 Kapitel. Die Arbeit ist eine Weiterentwicklung der biblischen Grundgedanken in den Gebieten der Christologie, Angelologie, Kosmologie, Menschenlehre, Probleme des Bösen etc.
Die verschiedene Kapitel werden geordnet nach dem Kirchenjahr und dabei werden nicht nur die liturgischen Verfahren aber auch ihre Bedeutung und die der grossen kirchlichen Feste erklärt. Leben, Leiden und Tod der Heiligen werden dabei nicht nur als Vorbild gebraucht, sondern den Menschen werden auch angerufen den Beistand der Heiligen zu fragen für ihre Nothilfe.
Die Legenda aurea war im Mittelalter sehr weit verbreitet (über 230 Nummern zwischen 1468 und 1500 mit diesen Titel werden von der GW erwähnt,wovon viele auch ins Deutsch, Niederdeutsch und Niederländisch - obwohl auch viele davon Ausgaben von Der Heiligen Leben sind). Die Arbeit war deshalb so populär weil sowohl das Latein als der Erzählstil sehr einfach waren.
Unsere Ausgabe ist eine der frühesten Drucke aus Kesslers Offizin.
Titelblatt (a1): Legenda sanctorum al’s//Lombardica historia.
Auf Blatt a2 fängt der Prologus an mit: Incipit tabula sup legendas sanctoruz// s’m ordin[em]; alphabeti collecta. Die Tabula endet Blatt b6r, 1e Spalte mit: Finit Tabula feliciter. Der Prologus fängt danach an (Blatt b6r, 2e Spalte) mit: Incipit Prologus// super legendas sanctoruz quas collegit in// vnum frater iacobus natione ianuen[sis] or=// dinis fratrum predicatorum. Blatt b6v mit: Explicit prologus und dann Incipi[un]t capitula De festiuitatibus.
Das Werk fängt an auf Blatt c1r mit: Incipit legenda sanctor[um] que Lombardi // ca nolatur historia. Et primo de festiuita= //tibus que occurr[un]t infra tempus renoua= // tionis qò representat ecclesia ab aduentu // usq[ué] ad nativitatem domini. Und dann fängt die legenda prima an: De aduentu dñi. Die Arbeit endet auf Blatt 255 (O5v) mit: Legenda sancto[rum] al’s Lombardica hy // storia n[un]cupata Impressa Basilee & felici // ter summata p. Nicola[um] kesler. Sub an= // no dñi Millesimo quadring[en]tesimoocto // gesimosexto. Die vero. Xxv. Mens’ Junij.
Und darunter die Holzschnitt-Druckermarke mit 2 Schildern.
Titelblatt mit 5 Zeilen Eintragung der Zeit. Weiterhin mehrere Folia mit älteren handschriftliche Bemerkungen (meist nur kleine Notize, aber Blatt e3r mit eine 5-Zeilige). Einige Blätter mit Randausbesserungen, Blatt e7 mit Randausriss (weit vom Text entfernt). Teilweise etwas fleckig und wasserrandig. Mehrere Blätter gebräunt.
Abgesehen von diesen Bemerkungen ein sehr schöner und gut erhaltener Wiegendruck. Selten.
|